Insektenfreundliche Pflanzen

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Durch Monokulturen, Insektenvernichtungsmittel und einem starken Rückgang von naturnahen Flächen durch Bebauung, hat die Artenvielfalt und die Häufigkeit der meisten Insektenarten stark abgenommen. Das hat schwerwiegende Folgen für den Obst- und Gemüseanbau, für unser Ökosystem und für die Vermeidung von weltweiten Hungersnöten. (Wer sich zu den Zahlen und Folgen des Insektenrückgangs detaillierter einlesen möchte, kann das auf der Website des Bundesamtes für Naturschutz tun.)

Wir können uns täglich dafür entscheiden, der aktuellen negativen Entwicklung etwas entgegenzusetzen, wie z.B. den Einkauf von Bio-Lebensmitteln. Aber auch durch das Pflanzen von insektenfreundlichen Blumen in unseren Gärten oder auf unseren Balkonen können wir alle helfen. Hier ein paar Ideen dazu:

Foto: Stephanie Krist on Unsplash

Welche Pflanzen sind geeignet: Nicht jedes Saatgut keimt an jedem Ort und zu jeder Zeit. Die Faustregel ist hier: möglichst regionale Wildpflanzen aussäen. Bitte achtet auch darauf, dass die Pflanzen, die ihr sät oder pflanzt, mehrjährig sind. Dadurch entsteht nämlich auch gleich ein Überwinterungsort für die Insekten.

Und noch ein Tipp: Auf Samenpäckchen ist auch immer angegeben, wann die Pflanzen blühen. Achtet darauf in eurem Garten dauerhaft ein Angebot zu schaffen, also z.B. auch Frühblüher zu pflanzen.

Hier findet ihr eine Liste mit insektenfreundlichen Pflanzen vom Nabu.

Welche Pflanzen sind nicht geeignet: Kulturpflanzen sind oft ungeeignet, da sich Insekten und Wildpflanzen im Laufe der Evolution oft ganz speziell aneinander angepasst haben.

So haben Kulturpflanzen oft gefüllte Blüten (die ein Hindernis darstellen) oder keinen Nektar oder Pollen und sind somit nutzlos für Insekten.

Pflanzen außerhalb des eigenen Gartens/Balkons: Ihr habt keinen eigenen Garten oder Balkon und möchtet trotzdem Wildblumenecken anlegen? Dann macht euch doch Seedbombs selber. Die könnt ihr entweder in einem Säckchen immer dabei haben und werfen, wenn ihr eine geeignete Stelle findet oder ihr sucht euch die Stellen vorher aus und verbindet das ganze Vorhaben zu einem Sonntag-Bastel-Spaziertag.

Rezept für Seedbombs:

  • 1 Teelöffel Wildblumensamen
  • 4-5 Esslöffel Erde
  • 4-5 Esslöffel Tonerde (aus der Apotheke oder dem Netz)

Die Zutaten mischt ihr mit Wasser zu einer geschmeidigen Masse, formt walnussgroße Kugeln daraus und lasst sie trocknen. Schon sind die Seedbombs bereit für den Einsatz.

Wenn ihr die Seedbombs werft, achtet darauf, dass ihr sie nicht auf Flächen werft, die von der Stadt begrünt werden und wo penibel und wöchentlich alles fremd aussehende herausgejätet wird. Oder noch besser: kontaktiert die zuständigen Stellen in eurer Stadt und setzt euch für Wildblumenstreifen auf Verkehrsinseln und in der Innenstadt ein.

Foto: Pixabay.com

Blühpatenschaften: Es gibt unzählige Anbieter von Blühpatenschaften, die z.B. 1qm Blumenwiese gegen eine Spende anbieten. Achtet darauf, dass die Wiesen dokumentiert werden und ihr nachvollziehen könnt wo und was gepflanzt wird. Übrigens bekommen Landwirte Unterstützungen vom Bund, wenn sie eine bestimmte Fläche ihres Landes als Blühwiese nutzen, statt z.B. als Monokultur.

Beim Netzwerk Blühende Landschaft findet ihr wertvolle Tipps zum richtigen Anlegen einer Blühfläche, Pflanzenpakete oder ihr könnt Blühpatenschaften übernehmen.

Vegane Ernährung: Die Erzeugung von Tierprodukten erfordert 10-15x so viel Landfläche, wie die Erzeugung von veganen Produkten. Einfach erklärt: für 1kg Brot wird ½ Kilo Getreide benötigt, für 1kg Fleisch werden 15kg Getreide benötigt. Je mehr Getreide verbraucht wird, desto großdimensionierter fallen die Monokulturen aus und da schließt sich wieder der Kreis zum Insektenrückgang durch Monokulturen.

Foto: Phonsay P on Unsplash